So urteilt die Presse   



  

  

  

  

  

  

  

  


HiAZ 07.06.2016

Musikalische Botschafterinnen für eine Welt des Miteinandes

Benefizkonzert zugunsten von Flüchtlingen: Kammerorchester Bothfeld bewegt Sarstedter Publikum mit ausgewählten Werken

SARSTEDT. Wenn zwei muslimische Mütter mit ihren Kindern an der Hand eine evangelische Kirche betreten, muss es sich um einen besonderen Anlass handeln. Das frische Blau der Kopftücher erinnert an Kornblumen, die kleinen Söhne tragen weiße Kragenhemden. Musik hat sie nach St. Nicolai geführt, und ein persönliches Anschreiben der Bürgermeisterin: "Liebe Familien, die Sie aus Kriegsgebieten nun bei uns in der Stadt leben, wir laden Sie ganz herzlich ein." Unterm Bild des Gekreuzigten präsentierte das Bothfelder Kammerorchester unter der Leitung von Sabine Lauer am Sonntagabend Klassik von Johann Sebastian Bach bis Sergei Rachmani-now. Es war eine Benefizveranstaltung zugunsten des Sarstedter Netzwerks Asyl.

Das Ensemble aus 27 Mitgliedern spielte gut, doch stark berührten die gesanglichen Beiträge der hervorragenden Solistinnen Annika Steinbach und Jamila Buhre. Die lateinischen Arien und Duette aus Stabat Mater - ein mittelalterliches Gedicht, in Tone gesetzt unter anderem. 1736 von Giovanni Battista Pergolesi - erzählt von Schmerz und Trauer einer Mutter um ihren ermordeten Sohn. Die dunkelhäutige Altistin Jamila Buhre und die blonde Sopranistin Annika Steinbach, beide jung, schön und hochbegabt, waren bestens aufeinander eingestimmt. Sie wirkten wie Botschafterinnen: Für eine Welt des Miteinanders.

Fast hätte das Kammerorchester am Sonntag zweimal in der Stadt gespielt, doch der Plan, auch in der Notunterkunft für Flüchtlinge aufzutreten, erübrigte sich. Inzwischen sind dort nur noch etwa 30 Asylsuchende untergebracht, und Ende dieses Monats wird die Einrichtung ganz geschlossen, wie Bürgermeisterin Heike Brennecke berichtete. Im Stadtgebiet verteilt leben 80 Personen in 15 Wohnungen. Damit sei der aktuelle Wohnraumbedarf für Flüchtlinge in Sar-stedt abgedeckt, sagt Brennecke.

"Fremde zu schützen ist ein biblisches Gebot", daran erinnerte Pastor Matthias Fricke in seiner Ansprache zu Beginn der Veranstaltung. Es sei eine Kunst, sich auf Menschen einzulassen, die aus einer anderen Kultur stammen. Und eine große Herausforderung für eben jene, sich auf eine neue Lebensform einzustellen. "Das Bibelwort ist ein Auftrag an uns. Die Sprache der Musik wird uns dabei helfen", betonte der 55-Jährige...


Foto und Text: Susan Pickers





HiAZ 06.07.2015

Musiktage klassisch eröffnet

Kammerorchester und Sarstedter Chöre gestalten einen Konzertabend in St. Nicolai

SARSTEDT ...Musik mit Schwung - das zog sich wie ein roter Faden durch das bunt gemixte Programm des Eröffnungsabends. Charles Gounods Kyrie passte dazu ebenso wie die anderen Stücke aus der Klassik. Damit lieferte das Kammerorchester Bothfeld seine Visitenkarte ab. Überwiegend von Sabine Lauer dirigiert, steigerten sich die klassischen Musiker zum zweifellos eindeutigen Höhepunkt des Abends, dem Orgelkonzert in g-moll von Händel. Joachim Meyer an der Orgel im Dialog mit dem gut aufgelegten Orchester und den beiden Solistinnen Franziska Knoll und Julia Roth - allein dafür hätte sich ein Besuch des Konzerts gelohnt.

Das gilt auch für die Sarstedter Kirchenchöre. Der Paulus-Chor zeigte Bandbreite mit Mozarts Ave Verum und gleich anschließend einem modernen Stück: "The GreatClassicaHalleluja". Auch die Kantorei St. Nicolai und der Paul-Gerhardt-Chor faszinierten die Besucher, vor allem im Finale: Zu Mendelssohns "Verleih uns Frieden gnädiglich" hatten sich die Chöre an den drei Seiten des Chorraums aufgestellt - eine schöne Klangwirkung war die Folge...


Foto und Text: Peter Hartmann





GZ 02.03.2015

Musiker nutzen Kirchen-Klangräume

Kammerorchester Bothfeld bietet zum Zehnjährigen ein Konzert, das den Besuchern einiges abverlangt

GOSLAR. Zu einem sehr abwechslungs­reichen Programm, das auch den gut 150 Zuhörern viel abverlangte, dafür dann jedoch höchst Erlesenes bot, begrüßte Dirigentin Sabine Lauer am Samstag informativ. Vor zehn Jahren gründeten fünf Instrumentalisten aus dem Umkreis der Waldorfschule Bothfeld das Kammerorchester Bothfeld mit in­zwischen 25 festen Mitgliedern und assoziierten Gästen. Das Konzert begann im Altarraum der Kirche und setzte sich wandelnd in den Or­gelbereich fort - ein Prozedere, das die Zuhörer akzeptierten. Mit dem einleitenden Scherzo des Russen Alexander Borodin wurde dem Publikum weitreichendes tonales Verstehen abverlangt. Dieser „Auch-Komponist" aus der »Gruppe der Fünf" um Mussorgsky - ursprünglich als Arzt und Chemieprofessor tätig - gelangte mit seinen Kammermusiken für Streicher zu Weltruhm. Im schnellen Satz, den die Musiker im besten Miteinander gestalteten, lebten quirlig-hektische Violin-Sequenzen, die von pulsierenden Cello-Partien wohlgebettet flirrten, sehr virulent und für viele wohl gewöhnungsbedürftig auf.

JUGENDLICHE FRISCHE. Im Trio versöhnten dann melodi­öse Momente bis hin zum gewaltig aufbäumenden Scherzo-Finale. Mit drei Salzburger Sinfonien machte der damals jugendliche Mozart auf seiner Reise nach Italien auf sich aufmerksam. Der jugendlich-frisehe, frohstimmend-heitere Charakter in unbeschwerter Lebensfreude begeisterte. Die Leiterin Lauer verkündete, dass dieses Werk neu ins Repertoire aufgenommen wurde. So erfreute das Allegro auch mit den geliebten Mozart-Motiven in heller Frische. Im Andante dominierten die dunklen Streicher sehr bodenlastig, während man sich das Presto flotter gewünscht hatte. Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie, in dem die Harfe (Anke Franzius) die Hauptrolle übernimmt, war ein lyrischer Genuss, den die nun gut 40 Musiker im Orgelbereich sehr innig zelebrierten. Besonders betörten die oft farbenfrohen Akzente der himmlisch klangschönen Harfe. Als faszinierender Höhepunkt entzückte danach das Konzert für Orgel, Pauken und Streichorchester, das Francis Poulenc 1938 im Stil der niederländischen Vokalpolyphonie und des höfischen Barock sakral komponierte. Mit sphärisch schönen Orgelklängen zog die international renommierte koreanische Organistin Eun-Bae Jeon alle in ihren Bann und motivierte die Streicher zu Höchstleistungen.

BRAVOURÖSE LEISTUNG. Im begeisternden Wechsel der Gefühlsebenen erklangen sieben Sätze, oft von markanten Pauken geformt, in unterschiedlichen Tem­pi, gefühlvoll und straff von Sabine Lauer geformt. War der Beifall anfangs eher brav, so steigerte er sich hier deutlich und höchst anerken­nend für diese überaus bravouröse, konzertante Leistung aller.


Foto und Text: Joachim Dürich





Bothfeld-und-mehr im Juni 2014

Kammerorchester Bothfeld

Klangvolle Sinfonien zum Jubiläum

BOTHFELD (tp). Als Sabine Lauer das Kammerorchester Bothfeld im Jahr 2005 ins Leben gerufen hat, war das Ensemble noch klein und überschaubar. Heute treffen sich im Eurythmieraum der Freien Waldorf­schule regelmäßig fast 30 passionierte Musiker zum Proben. Die Jüngsten sind Anfang 20, die Ältesten über 70 Jahre alt. Einige sind engagierte Laien, andere echte Profis.

Das Repertoire des Kammerorchesters, das sich im Laufe der Zeit zu einem qualifizierten Klangkörper entwickelt hat, reicht von klassischen bis zeitgenössischen Klängen - ist jedoch alles andere als schwer verdaulich. „Mir ist es wichtig, dass alle Mit­spieler mit Begeisterung dabei sind und Spaß an der Sache haben", sagt Sabine Lauer, die selbst von Beruf Cellistin ist und das Dirigieren vor elf Jahren berufsbegleitend gelernt hat. Die Idee, ein eigenes Orchester zu gründen, kam eigentlich von ehemaligen Schülern der 54-Jährigen. „Viele haben sich gewünscht, gemeinsam mit anderen zu musizieren", so die Bothfelderin. In der Freien Wal­dorfschule fand die musikalische Leiterin schließlich Unterstützer ­und einen Übungsraum. Dass sich mittlerweile Menschen aus ganz Hannover, aber auch immer mehr Lehrer und Eltern aus der Waldorf­schule für ihre Orchestermusik begeistern, begrüßt Sabine Lauer.

„Beruflich oder familiär kann immer mal etwas dazwischenkommen, so dass der ein oder andere bei den Proben oder auch bei Konzerten verhindert ist", sagt Sabine Lauer. Da sei es nur von Vorteil, wenn man als Organisatorin auf eine möglichst große Zahl geübter Mitstreiter zurückgreifen könne. Besonders gesucht sind derzeit noch Erfahrene, die sich auch zutrauen, die erste Geige zu spielen

Weil Anfang kommenden Jahres das zehnjährige Jubiläum ansteht, konzentriert sich das Ensemble jetzt mit viel Leidenschaft und Disziplin auf das große Geburtstagskonzert, auf dem die Bothfelder das „Scherzo" von Borodin, Sinfonien von Mozart und Mahler sowie ein Stück von Poulenc spielen werden. Eine musikalische Kostprobe liefert das Kammerorchester bereits am 21. Juni auf der Fete de la Musique in Hannovers City.







Hallo Bothfeld, 13.10.2013

50 Hände für ein Halleluja

Das Kammerorchester Bothfeld spielt Stücke von Barockzeit bis Moderne

BOTHFELD (bo). Bei der ersten Chorprobe saßen lediglich vier Musiker zusammen: eine Geige, ein Kontrabass, ein Cello und eine Querflöte Das war im Jahr 2005. Inzwischen besteht das Kammerorchester Bothfeld aus 24 Musikern, die Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass spielen. Leiterin der Gruppe ist Sabine Lauer, die das Orchester vor acht Jahren mit ins Leben gerufen hatte. Sie ist ausgebildete Cellistin und absolvierte in den vergangenen Jahren diverse Dirigentenkurse.

Drei Mal im Monat kommen die Instrumentalisten zum Proben zusammen und üben Stücke, die ein breites Spektrum von der Barockzeit bis zur Moderne umfassen. "Es gibt viel schöne Literatur", sagt Sabine Lauer. Sie wählt alle Werke aus, die die Musiker für die bevorstehenden Konzerte einstudieren sollen. Doch nichts geschieht ohne vorherige Abstimmung mit dem siebenköpfigen Orchesterrat. "Wenn den Mitgliedern etwas gar nicht gefällt, lassen wir es weg", so die Dirigentin. Das sei bislang aber noch nicht vorgekommen.

Gerade in der Phase kurz vor Konzerten wird intensiv geübt. Doch auch, wenn nicht alles sofort gelingt, bleibt Sabine Lauer ruhig. "Ich kann nicht verlangen, dass meine Musiker spielen wie die Berliner Philharmoniker. Wir haben Studenten, aber auch Mitglieder, die über 70 Jahre alt sind", sagt die Dirigentin. Und obwohl oder gerade weil die Gruppe so heterogen ist, harmoniert sie nahezu perfekt miteinander. "Wir treffen uns auch mal zum Kaffeetrinken und zum Plaudern, veranstalten außerdem in jedem ]ahr ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier", sagt die Mitgründerin.

Live zu erleben ist das Kammerorchester Bothfeld am Sonnabend, 9. November, 18 Uhr, in der St. Nicolai Kirche, Sutelstraße 20, wo sie gemeinsam mit der Kantorei St. Nicolai ein Konzert geben. Am Sonnabend, 30. November, 13.30 Uhr, folgt ein Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt an der Freien Waldorfschule Bothfeld, Weidkampshaide 17.


Foto: Sabine Lauer





Schaumburger Nachrichten, 25.02.2013

Witte-Elegie mit Profis

Bothfelder Kammerorchester gastiert in Hagenburg

HAGENBURG. Verstärkt von Pro­fis des Heeresmusikcorps Han­nover hat das Bothfelder Kam­merorchester in der St.-Nico­lai-Kirche in Hagenburg gas­tiert. Diese Mischung stimmte: Ein engagiertes, großes Laien-Kammerorchester, ergänzt mit Profi-Bläsern und Kesselpau­ken des Heeresmusikcorps. Das so gebildete Sinfonie-Orchester begeisterte das Publikum. Aber der Reihe nach: Das engagierte Kammerorchester gastierte zum zweiten Mal mit einem kurzweiligen Benefiz-Konzert.

Zunächst stimmten die Strei­cher ein mit sattem Klang und dem „Lyrischen Andante" von Max Reger, einem wundervoll ruhigen Stuck. Es folgte die „Kleine Suite" für Streichor­chester von Hans Franke. Die Elegie für Violine und Orchester nahm einen beson­deren Raum im musikalischen Abend ein. Der Enkel des Komponisten Georg Hendrik Witte selbst, Hans-Joachim Witte, der auch im Kammerorchester die Geige spielt, kün­digte dieses Stück an. Auch die Solistin kommt aus der Witte-Familie - denn Marie-Luise Witte ist die Frau des Enkels. Mit gefälligem, sauberem Ton bot sie die Elegie dar. Dabei verstärkte bereits die Profi-Bläsergruppe den Streicher­klang.

Und nun folgte der musikali­sche Höhepunkt: Sehr professio­nell und spielfreudig erlebten die Zuhörer Beethovens erste Sinfo­nie. Warmer und lang anhalten­der Applaus verebbte erst, nach­dem das Orchester eine Zugabe - den zweiten Satz aus Franz Schuberts „Rosamunde" - zum Besten gab. (JAN PETER WIBORG)


Foto: Hans-Thomas Iltgen


Leinezeitung, 25.02.2013

Benefizkonzert bringt Zuhörer zum Träumen

Kammerorchester und Heeresmusikkorps spielen Klassik

HAGENBURG. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können beim Benefizkonzert in der St. Nicolai Kirche in Hagenburg - so konzentriert lauschten rund 60 Zuhörer den Klängen des Kammerorchesters Bothfeld und dem Heeresmusikkorp Hannover. Für das Publikum bot das Kon­zert einen winterlichen Hörge­nuss: Unter dem verschneiten Dach der Kirche erklangen vier klassische Stücke von namhaften Komponisten. Bei der „Lyrischen Andante (Liebestraum)" zeigte das engagierte Laienorchester aus Bothfeld unter der Leitung von Sa­bine Lauer ihr Können. Die gefühl­volle Melodie des Stückes erzeugte intensive Klangbilder in der Kir­che.

Einer der Höhepunkte des Abends war die „Elegie für Violine und Orchester op. 16" von Georg Hendrik Witte. Der Enkel des Kom­ponisten, Hans-Joachim Witte, führte die Elegie ein: „Ich bedanke mich bei der Dirigentin, dass wir das Werk meines Großvaters aus dem Dornröschenschlaf haben er­wachen lassen", sagte er. Seine Frau Marie-Luise spielte das Soli des Stückes. Ihre feinfühlige Inter­pretationskunst fesselte das Publi­kum. Auch die anderen Stücke wie „Kleine Suite op. 863" und "Sym­phonie Nr. 1, C-Dur, op. 21" des be­rühmten Komponisten Ludwig van Beethoven brachten die Zuhörer zum Träumen. (SABRINA HOWE)






HAZ, Landkreisteil Süd, 5.03.2012

Die Spielkunst der Musiker erreicht ein hohes Niveau

Kammerorchester Bothfeld begeistert die Zuschauer bei Gastspiel

GRASDORF. Die Freie Martins­schule hat am Sonnabend ein Be­nefizkonzert mit dem Kammeror­chester Bothfeld veranstaltet. Bei dem Konzert sammelte die Schule Spenden für die Renovierung des Schulhofs: Dieser soll nach zwölf Jahren mit neuen Spielgeräten aus­gestattet und Stück für Stück er­neuert und renoviert werden.

Zum Auftakt spielte das Orches­ter unter der Leitung von Sabine Lauer die „Company for String Orchestra" von Philip Glass. Nach dem reinen Streicherstück betrat Pianist Marin Schumann die Büh­ne und spielte gemeinsam mit dem Orchester Mozarts Klavierkonzert in Es-Dur. Den Abschluss des Kon­zerts bildetet die Sinfonie Nr. 8 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Die rund 60 Gäste im Festsaal der Martinsschule erlebten ein tolles Konzert, was nicht zuletzt der hohen Spielkunst der Musiker zu verdanken war: Nicht nur der aus­gebildete Pianist Schumann überzeugte, auch die 27 Streicher der Orchesters hatten ein sehr hohes Niveau und erfüllten den Festsaal mit angenehmen Klängen. (MOMMERTZ)






Schaumburger Nachrichten, 25.03.2011

Freude an virtuosen Naturtönen

Mit der Spielmusik zum „Sommernachtstraum“ von Henry Purcell hat das Kammerorchester Bothfeld sein Konzert in der Nicolai-Kirche begonnen. Zuvor begrüßte Pastor Axel Sandrock rund 150 Besucher, viele davon mit dem Orchester aus Hannover-Bothfeld mitgereist.

HAGENBURG. Dessen Leiterin Sabine Lauer führt ein Streichorchester aus engagierten und ambitionierten Laien, in dem Ehemalige und Lehrer der Bothfelder Waldorfschule die Mehrheit der Mitwirkenden bilden. Dirigentin und Orchester legten sich den Anspruch hoch; nachdem der „Sommernachtstraum“ verklungen war, führte Lauer in Benjamin Brittens Serenade op. 31 ein, keine leichte Kost für den Konzertbesucher am Vorfrühlingsabend.

Der Tenor Edgar Schäfer von der Staatsoper Hannover und der Hornist Adam Lewis geleiteten das Orchester professionell in das vom Komponisten vorgezeichnete Reich des Schlafes und der Träume; Zuhörer hatten zumindest die Chance, den Gesang der „Programmmusik“ im Programm schriftlich in Deutsch und Englisch nachzuvollziehen.

Ungewohnt dabei für die Ohren das virtuos geblasene Naturhorn Lewis’, das er schließlich im „Epilougue" der Serenade weit entfernt vom Orchester unter dem Turm im Vorraum des Kirchenschiffes ausklingen ließ. Eduard Elgars Streicherserenade op. 20 ließ für das Publikum wohl in der Mehrzahl zum ersten Mal bekannte Töne mit gefälligen Harmonien hören.

Die „Capriol-Suite“ von Peter Warlock (eigentlich Philip Arnold Heseltine), bestehend aus sechs Tänzen (Stampftanz, Schreittanz, Narrentanz, Reigen, Liebeslied und Schwertertanz) ließ zum Abschluss die Möglichkeiten des Orchesters mit unterschiedlichen Tempi und verschiedenen Stimmungen deutlich werden. Musiker und Dirigentin Lauer zeigten, dass ihre musikalische Kondition bis zum letzten Ton reichte. Der überaus wohlwollende Applaus überzeugte das Ensemble aber nicht mehr davon, noch eine Zugabe zu spielen. (jpw)






Leinenachrichten, 16.03.2010

Der Altarraum bietet 26 Streichern Platz

Kammerorchester Bothfeld gastiert vor 100 Besuchern in St Gertruden - Holub spielt einfühlsam Rollas Divertimento

GLEIDINGEN. „Viel mehr hätten es aber auch nicht werden dürfen", sagte eine Besucherin augenzwin­kernd. Damit meinte sie den Auf­marsch des Kammerorchesters Bothfeld, das den Altarvorraum der St.-Gertruden-Kirche in Gleidingen mit 26 Musikern restlos ausfüllte. Die knapp 100 Besucher erlebten einen Spätnachmittag mit Kammermusik auf beachtlichem Niveau für ein Amateurstreichor­chester, das gerade fünf Jahre lang zusammen musiziert.

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Christoph Willibald Gluck, Alessandro Rolla und Benjamin Britten standen auf dem Pro­gramm. Mit Mozarts Sinfonie A-Dur (KV 134) versetzte Orchester­leiterin Sabine Lauer die Zuhörer schnell in Hochstimmung. Statt der vorgesehenen Oboen hatte sie extra ein Stück für Flöten (Solisten: Ursula Waldmann und Ursula Hansen) ausgesucht, das vor allem die Partien in den mittleren und hohen Tonlagen mit reinem Klang zur Geltung brachte.

Höhepunkt des Nachmittags war das Divertimento in F-Dur von Alessandro Rolla, für das Dirigentin und Orchesterleiterin Sabine Lauer den bekannten Solisten Va­lentin Holub gewinnen konnte. Der Hannoveraner hat bereits mit verschiedenen Kammerensem­bles als Bratschist in vielen Län­dern Europas, in Brasilien und den USA Erfolge gefeiert. Er ist Solist der "bayerischen kammerphilhar­monie" und spielt unter anderem im WDR-Rundfunkorchester. Er verstand es, sein Instrument in den unteren Tonlagen samtartig weich und in den mittleren und oberen Lagen voll klingen zu lassen.

Das einfühlsame Spiel Holubs wäre allein das Eintrittsgeld wert gewesen - das allerdings gar nicht erhoben wurde. Stattdessen wur­den Spenden erbeten, die der Or­chesterkasse des Ensembles aus Bothfeld zugutekommen. „Mit den Spenden sind wir bisher immer gut gefahren", sagte Ute Kloppen­burg, Vorsitzende von Gertrudens Kulturladen, die die kulturellen Veranstaltungen der Kirchenge­meinde organisiert. „Ein festge­setztes Eintrittsgeld würde viel­leicht den ein oder anderen von ei­nem Besuch abhalten." (ACHIM VON LÜDERITZ)






Wunstorfer Stadtanzeiger, 14.04.2008

Pianist löst Begeisterungsstürme aus

Kammerorchester Bothfeld überzeugt mit großartigen Leistungen

WUNSTORF -pot- „Eine sehr gute Leistung des Orchesters, das am Ende des Konzertes durch den überragenden Pianisten Denys Proshchayev in großartige Höhen mitgerissen wurde." Genau wie Wunstorfs ehemaliger Musikleh­rer, Musikkenner und Komponist Winfried Schreiter war auch seine Ehefrau, die ebenfalls überra­gende Pianistin Gisela Schreiter, von dem Konzert des Kammeror­chesters Bothfeld in der Kirche des Wunstorfer Klinikums begeis­tert: „Eine wunderbare Leistung des Orchesters, das sich den Herausforderungen durch den Pianisten beim Klavierkonzert gekonnt stellte, das bekannterweise mit zu den ganz schweren Bach-Werken gehört."

Nach Meinung des ehemaligen Stiftskantors Reinhard Plate, der das Konzert nach Wunstorf geholt hatte, liegt das Geheimnis der besonderen Klasse des erst seit rund zwei Jahren bestehenden Or­chesters in der Klasse seiner en­gagierten Dirigentin Sabine Lau­er, die in Kalifornien geboren wur­de und selbst eine hervorragende Cello-Spielerin ist. Das würde sich deutlich und sehr wohltuend auf das Orchester übertragen, in dem die Streicher dementsprechend eine vorrangige Rolle spielen.

Auch Reinhard Plate war total be­geistert von der Art und Weise, wie der Pianist Denys Proshchayev das Orchester in ungeahnte Höhen mitriss. Vor seinem Einsatz mit dem eher selten zu hörenden Klavierkonzert d-moll von Johann Sebastian Bach, in dem Proshchayev sowohl technische Feuerwerke der Präzision wie auch überragendes Musikempfinden präsentierte, gefiel das Orches­ter mit zwei Beispielen aus Bachs „Kunst der Fuge" und daran an­schließend mit acht Stücken von Paul Hindemith. Aufgaben, denen es sich mit überzeugenden Leistun­gen stellte. (POTEMPA)






Leine-Zeitung, 14.04.2008

Preisträger zeigt brillante Technik

Kammerorchester Bothfeld gibt Gastspiel

WUNSTORF. Schon die Programmzusammenstellung war gelungen: Eingerahmt von Klassikern des Meisters Johann Sebastian Bach, interpretierte das Kammerorchester Bothfeld „Acht Stücke" opus 44/3 von Paul Hindemith, einem großen Verehrer Bachs.

Zum Auftakt des Konzerts spielte am Sonntagnachmittag in der Kirche im Regionsklinikum das Laienorchester unter der Leitung von Sabine Lauer zwei Werke aus der Kunst der Fuge. Im Contrapunctus eins und drei anfänglich erst etwas zögerlich im Gestus, steigerten die Musiker ihren Ausdruckswillen in Hindemiths expressiven Charakterbildern.

Mit Bachs Klavierkonzert in d-moll, BWV 1052, gelang es Solist Denys Proshchayev nicht nur das Orchester, sondern auch die Zuhörer in den Bann zu ziehen. Intensive Klangbilder, eine brillante Technik und feinfühlige Interpretationskunst nahmen das Publikum und Instrumentalisten in die Welt der Virtuosität. Mit traumtänzerischer Sicherheit spielte ARD-Preisträger Proshchayev das kompositorisch in hohem Maße ambitionierte Konzert, das mit akkordischen Füllstimmen und ergänzenden Spielfiguren kunstvoll ausgestattet war. „Ja, so klingt es am allerschönsten" - den Worten von Dirigentin Sabine Lauer konnte man nur Recht geben. (CAROLA FABER)




Stand 01. 10. 2016